Fresser

„Fresser“- was für ein komisches Wort. Das hat mir einmal jemand gesagt, der mit der Landwirtschaft nichts zu tun hat. Aber so unberechtigt ist diese Aussage gar nicht. Das Wort Fresser hört sich schon mächtig an. Aber so mächtig sind diese Tiere von 150kg bis 300kg überhaupt nicht. Im Gegenteil – Fresser sind ganz sensible Tiere. Oft werden sie so behandelt, als ob sie schon ausgewachsen wären. Dabei beginnt für diese Tiere ein komplett neuer Lebensabschnitt. Raus aus dem gewohnten Umfeld. Der Kindergarten ist vorbei und für die Tiere beginnt eine stressige Phase.

Umstellungsphase

Viele denken, durch den Kauf von Fressern habe ich weniger Ausfall. Das ist aber nicht so! Die Dunkelziffer bei den Verlusten liegt oftmals höher als in der Kälberaufzucht. Allerdings spricht man nicht gerne darüber. Viele Verluste lassen sich aber vermeiden, indem wir uns bei der Aufstallung mit dem Gedanken befassen, dass diese Tiere wieder von vorne anfangen. Was ist also zu beachten? Denken wir doch einmal daran, wie wir es in unserer Familie machen würden. Unser Sprössling schläft zum ersten Mal bei den Großeltern oder bei Tante und Onkel. Was machen wir? Wir bedenken, dass alle vertrauten Dinge wie z.B. die Kuscheldecke oder der Teddy mit in der Tasche sind. Warum? Das brauchen wir Ihnen sicherlich nicht zu sagen, denn das wissen Sie schon. Damit möglichst viel Vertrautes aus dem gewohnten Heim dabei ist.

Umstallen vom Strohstall in den 100 er Endmaststall. Der ideale Part für den Fendt- Geräteträger!
Umstallen vom Strohstall in den 100 er Endmaststall. Der ideale Part für den Fendt- Geräteträger!

Futterration

Warum machen wir es unseren neuen Tieren auf dem Hof nicht genau so leicht? Dabei ist es so einfach. Kurze Gespräche mit dem Aufzüchter würden so manche Probleme im Sande verlaufen lassen. Lassen Sie sich ausführlich vom Aufzüchter beraten, welche Futterration bislang gefüttert wurde. Wir brauchen dieses an dieser Stelle gar nicht 1:1 wiedergeben. Wie Sie dieses mit ganz einfachen Mitteln umsetzen können, damit die Fresser einen optimalen Start in ihrem neuen Stall haben, möchten wir Ihnen gerne erklären. Oft kommen Probleme, wie auseinander wachsen usw. doch erst nach ein oder zwei Wochen auf. Eine Garantie gibt es nie, aber wir können damit Verluste eindämmen.

Masterfolg

Erfolg in der Bullenmast liegt allein daran, all die kleinen Schritte vom Kalb über den Fresser einzuhalten. Ein Kalb bzw. ein Fresser mit einem suboptimalen Start wird niemals ein stattlicher Bulle werden. Geben Sie Ihrem frisch eingestallten Fresser mindestens 4 Wochen Zeit, um sich richtig einzuleben. Diesen Monat braucht das Tier um Klima, Futterumstellung und Umfeld als „neue Heimat“ zu akzeptieren. Vielleicht ist das nichts neues, aber in der Realität dürfen die wenigsten Tiere in diesen Genuss kommen. Aus Erfahrung brauchen Fresser aber genau diese Zeit, um sich wieder wohl zu fühlen.

Fresser Vermittlung

Wir legen großen Wert darauf, diese Dinge möglichst einzuhalten. Nur mit der Vermittlung dieser Tiere hört unsere Verantwortung nicht auf, denn nur wenn der Landwirt und der Handel Hand in Hand arbeiten, kann am Ende Großes daraus entstehen.